ein virtueller Museumsrundgang



Das Butzbacher Museum wurde von 1990-1994 neu errichtet. Es besteht aus einem Neubau und dem historischen Solms-Braunfelser Amtshaus.
Zu besichtigen sind u. a. die abwechslungsreichen Abteilungen des Altbaus:
"Der Butzbacher Raum in der Römerzeit" im Gewölbekeller, mit zahlreichen Originalfunden und Nachbildungen, einem (in Nachbildung) vollständig ausgerüsteten römischen Reiter aus der Zeit um 200 n. Chr., dem großen, in den Boden eingelassenen Modell des römischen Kastells Hunneburg, zahlreichen zeichnerischen Rekonstruktionen zum militärischen und zivilen Leben in der Wetterau vor fast 2000 Jahren, der Nachbildung einer Raumecke aus dem ehem. Kastellvicus und des Magazinraums eines römischen Töpfers und Terra Sigillata-Händlers.
"Zur Geschichte des Solms-Braunfelser Hofes und seiner Umgebung" in der Erdgeschosshalle (Vortragssaal, gelegentlich auch Sonderausstellungsraum).
"Stadtgeschichte Butzbachs von den Anfängen bis zum Zeitalter der Industrialisierung" in sechs (ganz verschieden und recht originell gestalteten) Räumen des 1. Obergeschosses, mit archäologischen Objekten, etlichen Modellen (von der Markuskirche, vom Landgrafenschloss, von Schloss Philippseck bei Münster, von der gesamten Butzbacher Altstadt 1832), Originalmöbeln, Bildern, Waffen, Fahnen, Inszenierungen (etwa der Ecke im Arbeitsraum eines spätmittelalterlichen Kaufmannes, zur Revolution von 1848/49).
Im Zwischentrakt mit dem "Museums-Shop" und einer kleinen Cafeteria erhalten Sie vielseitige Informationen und Bücher oder Hefte zur Vertiefung des Gesehenens.
Der Neubau birgt im Erdgeschoss u. a. die Abteilungen:
"Handwerk und Gewerbe im alten Butzbach", mit Darstellung verschiedener Handwerke (Weber, Blaufärber, Gerber, Töpfer, Holzhandwerker, Metallhandwerker), zeigt mehrere rekonstruierende Inszenierungen (etwa rund um den Tisch eines frühneuzeitlichen Tuchmachers und Kaufmanns, den hölzernen Stand eines Blaudruckers auf der Frankfurter Messe, den Verkaufsraum des Butzbacher "Klavier-Fabrikanten" Marguth mit Blick in die benachbarte Schreinerwerkstatt), mit Objekten zur Zunft- und Innungsgeschichte.
Die in modernem Ambiente aufwendig erstellte Abteilung "Butzbach im Zeitalter der Industrialisierung" beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen der Industrialisierung, mit der Elektrifizierung der Stadt, Fabrikarbeit und Arbeiterschaft, und mit verschiedenen Firmen in Butzbach, die meist aus heimischen Handwerksbetrieben entstanden sind. Behandelt werden eine Nudelfabrik (Inszenierung auch hier ein Verkaufsstand auf der Messe), eine Fabrik für landwirtschaftlicher Geräte, eine Brauerei (Gambrinus-Brauerei Melchior), die Farbenfabrik, eine Chemische Reinigung, eine Lokomotivfabrik, die Schleifmittelwerke. Auch der größte Betrieb, Teil eines Konzerns, wird mit einem großen Überblicksmodell der umfangreichen Fabrikanlagen vorgestellt (Bamag-Meguin). Größere Inszenierungen behandeln die Themen "Schuhherstellung" (als Schuhmacherwerkstatt und als Fabrik-Herstellungsraum mit Schuhmaschinen und Verkaufsraum) und "Zeitung" (mit Einblick in die Bleisetzerei der "Butzbacher Zeitung"). Eine Wandchronik ist als "Stadtgeschichte im Überblick 1848-1970" zu verstehen.
Weltbekannt ist "Richard Fenchels Miniaturschuhmuseum", das im 1. Obergeschoss die Sammlungen des prominenten Butzbacher Industrieschumachermeister als "Kleine Kulturgeschichte des europäischen Schuhes" vorstellt. Herr Fenchel steht als Hersteller und Besitzer des weltgrößten Miniaturschuhmuseums im "Guinessbuch der Rekorde"! Mehr als 200 Modelle sind in der Butzbacher Museumskollektion zu bewundern, vom Fellschuh des Höhlenmenschen der Steinzeit bis zum Astronautenschuh des ersten Mondbesuchers Armstrong.
Im Neubau befinden sich außerdem zwei Sonderausstellungsräume, in denen über das ganze Jahr verteilt zahlreiche Ausstellungen präsentiert werden.
Dem Museum angeschlossen ist das beachtenswerte Stadtarchiv mit sehr umfangreichen Archiv- und Materialsammlungen sowie reichhaltiger Bibliothek (insgesamt z. Zt. etwa 15.000 Bde.). Dazu gehört u. a. das Weidig-Forschungsarchiv mit Spezialbibliothek und umfangreicher Graphiksammlung zur Revolution 1848/49 (Sammlung A. W. Heil). Der Benutzerraum des Stadtarchivs ist wochentags (außer montags) geöffnet.