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Kulturtipp

vom 16.04.09

In Landgraf Philipps Butzbacher Fußstapfen

„Den Fußstapfen des Butzbacher Landgrafen“ folgten 25 Mädchen und Jungen, die sich im Rahmen des Ferienprogrammes „Osteraktivwochen“ für einen historischen Aktionstag mit dem Thema: „Landgraf Philipp III. von Hessen-Butzbach“ im Butzbacher Museum angemeldet hatten. Sie tauchten damit für einen Tag in die heimische Welt vor 400 Jahren ein.

Aus einer Idee des ersten Vorsitzenden des Butzbacher Geschichtsvereins Pfarrer i.R. Dieter Bertram wurde ein sicherlich für alle jungen Teilnehmer und Teilnehmerinnen zwischen 8 und 12 Jahren abenteuerlicher, erlebnisreicher Tag auf historischen Spuren, der kaum Gedanken an Langeweile aufkommen ließ.

Vor 400 Jahren war unsere Stadt Butzbach gerade zur „Hauptstadt“ einer kleinen fast unabhängigen Landgrafschaft erhoben geworden, an deren Spitze Philipp III. stand, der jüngere Bruder des hessischen Landgrafen Ludwig V., der in Darmstadt regierte. Die Schritte auf dem Weg in der Vergangenheit hatten – wie sich im perfekt verlaufenden Programm zeigen sollte – Museumsleiter Wolf und Geschichtsvereinsvorsitzender Bertram zusammen mit dem Künstlerkreis gut geplant und vorbereitet.

Keine Geringeren als das historische Fürstenpaar selbst, Landgraf Philipp (Walter Gödel) und Landgräfin Anna Margaretha (Uta Brand), begrüßten in der repräsentativen Kleidung der damaligen Zeit, alle Aktiv-Teilnehmer im Museum. Zur Einstimmung lösten die Kinder ein Öffnet internen Link im aktuellen FensterBilderrätsel: auf einer Zeichnung des Hofmalers Valentin Wagners von 1633 mussten sie die Gegenstände finden, die nicht in das 17. Jahrhundert passen. Das Bilderrätsel war wie die beiden noch folgenden Rätselaufgaben viel schneller von den überaus kenntnisreichen jungen Geschichtsforschern gelöst als gedacht!

Im dunklen Gewölbekeller des Schlosses, das Landgraf Philipp III. prächtig ausgebaut hatte, erzählte später Dr. Wolf die Geschichte vom geheimnisvollen Poltergeist so geisterhaft, dass alle auch wirklich „das echte Schlossgespenst“ sahen, das mit Kettengerassel und Laterne im Schummerlicht des dunklen uralten Kellers auftauchte. Auch das Epitaphium mit der von Philipp selbst eingerichteten Gruft mit den Särgen des Landgrafen, seiner beiden Frauen und des Prinzen Heinrich in der Markuskirche wurde besucht. (Fast) alle Fragen der wissensdurstigen jungen Besucher konnten vom Museumsleiter im Augenschein der Sarkophage gelöst werden. Zurück im Museum halfen alle bei der Vorbereitung des gemeinsamen Mittagessens „wie zu Zeiten Philipps“: eine Gemüsesuppe mit Erbsen, die Waltraud Bertram angerichtet hatte und die im Museumsgarten von Heinz-Dieter Menk im großen Topf auf einem Dreifuß über offenem Feuer gekocht wurde. Stilecht mit Holzlöffeln aus Schalen gelöffelt, schmeckte die Suppe sehr gut. Bis sie fertig gekocht war, fanden Führungen statt: Limes-Cicerone Clemens Bertram erläuterte tausend Kinderfragen in der Römer-Abteilung mit dem großen Modell des Hunnenburgkastells, Holde Stubenrauch die Arbeiten in der Ausstellung des Künstlerkreises und Dr. Wolf in der stadtgeschichtlichen Abteilung und bei den Trachten.

Nach dem Mittagessen kamen vor allem Holde Stubenrauch und weitere pädagogisch recht erfahrenen Mitglieder des Künstlerkreises, nämlich Otti Schrage, Gunda Paatsch, Susanne Bennemann und Renate Nick, zum Zuge und regten verschiedenste Mal- und Bastelarbeiten an: Renate Nick hatte einen Turm ersonnen, in dem ein Gespenst auf- und absteigen konnte. Unter der kunstgerechten Anleitung von Susanne Bennemann entstanden Bilder vom Schloss und Portraits vom Landgrafen Philipp III. Ulrike von Vormann sorgte mit ihrer Geschichte vom kleinen Prinzen Heinrich für unterhaltsame Abwechselung und Anregung für weitere Bildmotive der jungen Künstler. Die Kunstwerke wurden in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Die „Schritte auf dem Weg in der Vergangenheit“ hatten – wie sich im perfekt verlaufenden Programm gezeigt hat – Museumsleiter Dr. Wolf und Vorsitzender Dieter Bertram zusammen mit dem Künstlerkreis gut und angemessen geplant und vorbereitet.

Der Vorstand des Geschichtsvereins dankt allen Mitarbeitenden für ihre Hilfe und ihren Einsatz bei der gelungenen Aktion und den sehr motivierten Kindern für ihren nimmermüden Einsatz.


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