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Kirch Göns

Kirch Göns: Die Kirche
Von der Straße aus kaum zu sehen: Die Kirche

1.436 Einwohner (Stand 31.12.09).

Germanische Siedler, die vielleicht um 500 in dieses Gebiet vorstießen, nannten ihre hiesigen Wohnplätze "Gunnissiu". Die Gönser Mark wird 777 zuerst urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte spielte die Gönser Mark im Leben aller Dörfer, die hier als Weiler oder größere Rodungssiedlung gegründet wurden oder sich allmählich entwickelten, eine außerordentlich wichtige Rolle. Das Gelände dieser weiträumigen Markgemeinschaft liegt am Südrand des sogenannten Gießener Beckens. Sie gehörte im frühen Mittelalter zum Lahngau. Die Gönser Mark wird durch einen von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Höhenzug von der Wetterau getrennt. Lang Göns gehört heute zum Kreis Gießen, Kirch Göns war der kirchlliche Mittelpunkt der Göns-Dörfer.
Kirch-Göns gehört heute zu Butzbach und zum Wetteraukreis.

Bereits 1246 wird das 'Gericht Hüttenberg' urkundlich erwähnt, an dessen jahrhundertealte Tradition bis heute der Landschaftsname, das sich langsam ausbildende Brauchtum und die sich vielleicht seit dem späten 16. Jahrhundert allmählich entwickelte Hüttenberger Tracht erinnern. Die Göns-Orte, auch und gerade der frühe Mittelpunkt-Ort Kirchgöns, gehörten jahrhundertelang, bis zur Teilung des Hüttenbergs 1703 zum großen von Hessen und Nassau gemeinschaftlich besessenen Gerichtsbezirk Hüttenberg, der einer Grafschaft gleichgeachtet wurde. 1396 schlossen die verschiedenen Herren des Hüttenbergs einen Zehnjahresvertrag über die gemeinsame Verwaltung des Hüttenbergs: Die Landgrafen von Hessen und die Grafen von Nassau sollten gemeinsam über drei Viertel, die gemeinsamen adligen Besitzer (Ganerben) der Herrschaft Cleeberg über ein Viertel an Rechten und Nutzungen verfügen.

Seit 1806 gehörte Kirchgöns zum Großherzogtum Hessen, das bis 1918 bestand. Von 1918 bis 1945 gehörte es zum Volksstaat Hessen, danach zum Bundesland Hessen.

Die Böden waren gut, die Leibeigenschaft der meisten Dorfbewohner in der frühen Neuzeit war nicht so drückend, als dass sich nicht ein bescheidener Wohlstand hätte entwickeln können, der allerdings auch hier durch den Dreißigjährigen Krieg und spätere Kriegswirren des späten 17. und des 18. Jahrhunderts, durch Plünderungen und Brandschatzungen, immer wieder stark zurückgestutzt wurde.

Jedes Dorf hat solche Überlebensproben zu bestehen. Kirchgöns hat überstanden, ein früheres, bisher weitgehend unbekanntes kleines Dorf namens Feldhausen, das in der Nähe vom Hochforst, jenseits der Main-Weser-Bahn noch im 14. Jahrhundert bestand, hat nicht überlebt. Seine Einwohner sind wahrscheinlich nach Kirchgöns gezogen.

Ältestes erhaltenes Gebäude des Dorfes ist aber die noch in wesentlichen Teilen ursprünglich erhaltene romanische Evangelische Kirche (um 1200 erbaut), bis zur (um 1540 eingeführten) Reformation dem heiligen Petrus geweiht. Die Kirche hat ein einfaches Kirchenschiff mit einem eingezogenen ehem. Rechteckchor im Osten und einem quadratischen westlichen Glockenturm mit dem für die Romanik typischen Pyramidendach im Westen. Bis zum 18. Jahrhundert überspannten den Chor (wohl gotische) Kreuzgewölbe.

Das Dorf weist noch zahlreiche Fachwerkbauten (oft verputzt) v.a. aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit vielen erhaltenen oberhessischen "Hohen Toren" (früher als typische  "Hüttenberger Tore") bezeichnet, besonders die Hauptdurchgangsstraße weist stattliche Gehöfte auf. Die Ortsmitte mit Kirche, Bürgertreff (altem Schulhaus) und dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden ehemaligen Gemeindebackhaus ist besonders idyllisch.

1902 wurde endlich eine Haltestelle der seit 1850 bestehenden Main-Weser-Bahn eingerichtet.

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden auch bei Kirchgöns größere Neubausiedlungen, die neue Ortsteile entstehen liessen. Seit 1968 besteht hier die Mittelpunktschule "Oberer Hüttenberg". In direkter Nachbarschaft wurde kürzlich eine moderne und leistungsfähige, große Sporthalle von der Stadt Butzbach erbaut. (Dieter Wolf)

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