16.08.2018

Auf den Spuren gemeinsamer Geschichte

Anlässlich des 10jährigen Freundschaftsjubiläums zwischen Saint-Cyr-L’Ecole und Butzbach und dem 100jährigen Ende des 1. Weltkrieges wird die Stadt Butzbach und der Städtepartnerschaftsverein vom 5.-7. Oktober zu einem Gedenk – und Festwochenende einladen (weitere Informationen folgen). Am Freitag, den 5. Oktober wird von der Stadt eine Fahrt nach Verdun angeboten, an der sich jeder Interessierte anschließen kann.

In Verdun werden die Butzbacher auf die Freunde aus der Partnerstadt  Saint-Cyr-l`Ecole  treffen und  mit Ihnen am Beinhaus / Ossuaire de Douaumont  eine Gedenkveranstaltung gestalten bei der auch Jugendliche aus beiden Städten dabei sein werden. Danach soll das Beinhaus selbst besichtigt werden wie auch angrenzende Schützengräben.

Verdun –allein der Name steht für die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und ist Metapher für das Grauen auf dem Schlachtfeld schlechthin. Der Artilleriedonner ist längst verhallt, und die Natur überdeckt gnädig die schlimmsten Spuren,  trotzdem sendet die Vergangenheit noch immer Botschaften. Ob bei Bauarbeiten oder heftigem Regen – noch immer weden Gebeine gefallener Soldaten an die Oberfläche getragen.

Der Bischof von Verdun, Monseigneur Charles Ginisty, hatte bei der Besichtigung des Schlachtfeldes gleich nach dem Waffenstillstand 1918 die Idee, den vielen Gefallenen eine Grabstätte zu geben. So entstand seit 1920 das Ossuaire / Beinhaus von Douaumont, das 1932 eingeweiht wurde. Offiziell sollte das Beinhaus eine Nekropole für Frankreichs Gefallene werden. Aber auf dem Schlachtfeld starben Deutsche und Franzosen, wie sollte man die Gebeine auseinander halten? Man legte sie  zusammen in die Gruft – sterbliche Überreste von zirka 130 000 namenlosen Toten sind somit im Beinhaus verwahrt.

Im September 1984 trafen sich in Douaumont der Präsident Francois Mitterand und Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer großen Versöhnungsfeier. Das Foto der beiden Staatsmänner,  die sich vor dem Beinhaus in Douaumont die Hände halten, ging um die Welt. Sie legten, im Gedenken an die Toten auf deutscher und französischer Seite, Kränze nieder.

Das Zeichen, das beide Staatsmänner setzten, war  ein Zeichen der Völkerverständigung, der Versöhnung über den Gräbern. Aus den ehemaligen Erzfeinden sind Freunde geworden. Diesen Weg der Geschichtsbewältigung und der Aussöhnung geht auch Butzbach in vielfältiger Form immer wieder  im Hinblick auf ein friedliches christliches Europa.

Die Fahrt nach Verdun startet am Freitag, den 5. Oktober pünktlich um 5.00 Uhr in der Frühe am Bürgerhaus Butzbach, gegen 10.00 Uhr wird man in Verdun eintreffen, die Gedenkfeier wird um 10.30 Uhr starten: Musikalisch untermalt wird die Feier von den Klängen der französischen Feuerwehrkapelle, der Saint Cyrienne, französische Vertreter des Jugendparlamentes, wie des Magistrates und Vertreter von Vereinen werden anwesend sein. Die Butzbacher werden dieses Engagement spiegeln. Nach einem Essen wird man gegen 15.00 Uhr gemeinsam mit den französischen Freunden die Rückkehr antreten, die dann am Wochenende bis zum 7. Oktober in Butzbach weilen werden. Die Fahrt selbst ist kostenfrei. Kosten für Eintritt und Verpflegung  müssen von den Teilnehmern getragen werden.

Anmeldungen für die Fahrt werden gerne unter der Telefonnummer 06033 995 215 (vormittags) oder unter der Mail-Anschrift spv@stadt-butzbach.de entgegen genommen.  Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihre Anschrift mit Telefonnummer an. Diese Angaben werden ausschließlich zu Informationenzwecken über diese Fahrt verwendet.