18.10.2018

Butzbacher Stadtgeschichte im Spiegel der Inschriften

Am kommenden Samstag, 20. Okt. 2018, findet die Jahreshauptversammlung der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt in der Stadt Butzbach statt. Die Hess. Histor. Kommission Darmstadt gehört zu den traditionellen großen Kommissionen, deren Mitglieder, die berufen werden,  im Auftrag des Landes Hessen oder der Stadt Frankfurt sich für einzelne historische Projekte übergeordneter Bedeutung einsetzen und besonders auch durch die Herausgabe von Publikationen einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt, der Geschichte der Juden oder der archäologischen bedeutsamen Unternehmungen leisten.

Die Kommission tagt am Samstag im Butzbacher Museum. Am Anfang besteht für die Mitglieder die Möglichkeit, an einer Stadtführung von Herrn G. Bidmon oder einer Museumsführung von Herrn Dr. D. Wolf teilzunehmen,

Am Nachmittag, um 14.00 Uhr, lädt die Kommission und die Stadt Butzbach ins Museum zu einem öffentlichen Vortrag mit dem Thema „Butzbacher Stadtgeschichte im Spiegel der Inschriften“ ein:

Der Vortragende ist das Kommissionsmitglied Herr Prof. Dr. Michael Oberweis.

Dr. Oberweis war 2001 bis 2007 Hochschuldozent für „Historische Hilfswissenschaften“ an der Ruhr-Universität Bochum, seit 2018 apl. Prof. an der Universität des Saarlandes. Seit 2008 Referent und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsprojekts „Die Deutschen Inschriften“ bei der „Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz“, z.Zt. Bearbeiter der Inschriften des hessischen Wetteraukreises. Seit 2013 ist er auch Herausgeber des „Archivs für mittelrheinische Kirchengeschichte“. Schwerpunkte von M. Oberweis in Forschung und Lehre sind Ordenswesen, Häresien und Judentum im Mittelalter.

Nach Einschätzung des Fachmanns ist Butzbach einer der bedeutendsten und vielseitigsten Inschriftenstandorte des Wetteraukreises, was der Vortrag in Bild und Wort anhand einiger herausragender Beispiele dokumentieren wird. Das Augenmerk wird dabei nicht nur den monumentalen Zeugnissen fürstlicher und bürgerlicher Repräsentation gelten, sondern auch den oft weniger beachteten Objekten handwerklicher Kunstfertigkeit. Manche der ausgewählten Inschriften reichen in ihrem Quellenwert weit über die Stadtgeschichte hinaus und fanden einst Widerhall bei so bedeutenden Gelehrten wie Johannes Kepler. In die Auswahl werden auch Inschriften einbezogen, die heute nicht mehr im Original erhalten, aber aus Abschriften älterer Zeit zu erschließen sind. Zu diesen verlorenen Exemplaren gehört z.B. eine kuriose Glockeninschrift, die der Stadt Butzbach in wissenschaftlichen Kreisen des 17. und 18. Jahrhunderts erstaunliche Berühmtheit einbrachte.

Der Vortrag ist mit zahlreichen Fotos unterlegt. Alle Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.