14.10.2016

Delegation aus Teplá am 21. Oktober zu Gast

Am Freitag, den 21. Oktober wird eine kleine  Delegation aus Teplá unter der Leitung von Bürgermeister Karel Hermann  zu Gast in Butzbach sein. Um 19.00 Uhr werden die beiden Bürgermeister Michael Merle und Karel Hermann im Museum Butzbach die Ausstellung „Geschichte des Tepler Landes in Fotos und Dokumenten 1860 bis 1960“ eröffnen. Erarbeitet wurde die kleine Ausstellung von Ludvík Polácek.

Der Überblick über die Geschichte des Tepler Landes besticht durch die vielen historischen Fotos, die zeigen, wie sehr sich Teplá im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Nach 1945 sind viele der Tepler Häuser aus ganz unterschiedlichen Gründen abgerissen worden, ganze Stadtteile existieren nicht mehr.  Die hinüber geretteten Dokumente der abgebrochenen Häuser bleiben oft die einzige Erinnerung an ehemalige Einwohner der Stadt Teplá. „Diese sehr traurige Periode (der Vertreibung)  ist …abgebildet. Keiner von uns kann die Geschichte ändern. Wir müssen ihrer wahrheitsgetreu gedenken.  Ich glaube, dass die ausgestellten historischen Fotos und Dokumente Ihnen gefallen werden“, so der Autor Ludvík Polácek. Viel Herzblut steckt hinter dieser Aufarbeitung der Geschichte.

Nach Jahre langer Funkstille zwischen Teplá und Butzbach knüpfte die damalige Bürgermeisterin Cizkova im Mai 2013 die Kontakte nach Butzbach neu. Ängste, Traumatisierungen und viele Vorbehalte untereinander hatten lange Zeit  den Kontakt zwischen den beiden Städten zum Erliegen gebracht. Butzbach hatte 1954 die Patenschaft über Tepl übernommen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl mit den Vertriebenen zu stärken und die Pflege des Heimaterbes zu ermöglichen. Bereits im letzten Jahr besuchte eine Gruppe um Bürgermeister Karel Hermann Butzbach und man war, angeführt von Bürgermeister Michael Merle, auf den Spuren der Vertriebenen in den Butzbacher Stadtteilen unterwegs. Auf das herzlichste Empfang wurden die tschechischen Gäste dabei in Wiesental, wo nach dem Krieg eine Ansiedlung von Heimatvertrieben heranwuchs.  Es entstanden schon im letzten Jahr freundschaftliche Kontakte, so dass einige Wiesentaler Teplá zum diesjährigen Stadtfest besuchten und den herzlichen Austausch vertiefen konnten.

Die Ausstellung, die am Freitag, einen Tag vor dem Katharinenmarkt eröffnet wird, stellt einen greifbaren Wendepunkt zwischen den Beziehungen Butzbach-Teplá dar. „Eine neue Generation, die die gemeinsame Geschichte aufarbeitet, sucht neue Anknüpfungspunkte und möchte Zukunft gestalten“,  versicherte der stellvertretende Bürgermeister Martin Klepal im September beim Bundestreffen der Tepler in Bad Vilbel.

Alle Interessierten sind zur Ausstellungseröffnung sehr herzlich eingeladen.