31.08.2018

Der Dreißigjährige Krieg – Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648

Bis heute ist „Dreißigjähriger Krieg“ das Sinnbild für die Schrecken des Krieges schlechthin. Es dauerte etliche Jahrzehnte, bis sich Deutschland von den Verwüstungen und dem Bevölkerungsverlust erholte, die der schreckliche, nicht enden wollende Krieg angerichtet hatte. Bis heute gilt dieser „Große Krieg“ als der längste und blutigste Religionskrieg der europäischen Geschichte.

Dabei war, als am 23. Mai 1618 protestantische Adelige die Statthalter des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II. aus den Fenstern der Prager Burg stürzten, kaum abzusehen, was folgen sollte: sozusagen ein Flächenbrand, der erste im vollen Sinne „europäische Krieg“. Fesselnd erzählt Herfried Münkler vom Schwedenkönig Gustav Adolf und dem Feldherrn Wallenstein, von Kardinälen und Kurfürsten, von den Landsknechten und den durch Krieg und Krankheiten verheerten Landschaften Deutschlands. Ein Drittel der Bevölkerung fand den Tod!  Auch die europäische Staatenordnung lag in Scherben – und doch entstand auf den Trümmern eine wegweisende Friedensordnung, mit der eine neue Epoche ihren Ausgang nahm.
Herfried Münkler führt den Krieg in all seinen Aspekten vor Augen, behält dabei aber immer unsere Gegenwart im Blick: Der Dreißigjährige Krieg kann uns, wie er zeigt, besser als alle späteren Konflikte die heutigen Kriege verstehen lassen. – Münkler liest und erzählt packend und spannend aus seinem umfangreichen, im letzten Jahr erschienenen Buch, das selbst eine packende Gesamtdarstellung, die große Geschichtsschreibung und politische Analyse vereint, darstellt.

Der in ganz Deutschland durch seine Bücher und Beiträge in Fernseh-Diskussionsrunden bekannte Berliner Professor für Politologie Dr. Herfried Münkler kommt als Redner nach Butzbach. Am Donnerstag, 6. September 2018, um 19.00 Uhr, wird er auf Einladung des Magistrats der Stadt Butzbach im Butzbacher Museum, Färbgasse 16, aus seinem Buch vortragen und alle Zuhörer mit auf eine historische Reise, die immer wieder auch in die Gegenwart führt, mitnehmen. Es ist ein Genuss, dem gebürtigen Friedberger zuzuhören und seinen Vergleichen zu folgen, wie er messerscharf die vor genau vier Jahrhunderten begonnene Katastrophe ungeheuren Ausmaßes Partie für Partie analytisch seziert und mit anderen Kriegen des Altertums und der Neuzeit vergleicht.

Einlass ab 18.30 Uhr, freie Sitzplatzwahl. Eintritt: Vorverkauf 8,- Euro; Abendkasse: 10,- Euro. Eintrittskarten können an den Vorverkaufsstellen in Butzbach schon jetzt erworben werden: im Museum Färbgasse 16, bei der Touristinfo Marktplatz 2 und in der Bindernagelschen Buchhandlung, Butzbach, Wetzlarer Straße 25.