02.06.2018

Dreharbeiten zum Thema Hurdy-Gurdy

Am Sonntag besuchte ein Drehteam des SWR unter der Leitung des Journalisten und Redakteurs Bernd Schmitt das Butzbacher Museum.  Zusammen mit der Schriftstellerin Annegret Held wurde eine Filmsequenz für die regelmäßig sonntäglich ausgestrahlte Sendung des SWR „Bekannt im Land“ gedreht.

Über die Recherchen zu ihrem Buch „Die Armut ist ein brennend Hemd“, das 2015 erschienen ist, ist Annegret Held auf Butzbach gestoßen. Im Fokus des Besuches stand die Volkskundliche Abteilung mit dem Thema Hurdy –Gurdy und den Erzeugnissen der Landgängerei, wie Besen, Fliegenwedel, Schmuckkästen, und Dekoratives für den Kamin, Produkte, die sämtlich in Heimarbeit gefertigt wurden. In Folge von Armut, Elend und Hunger fertigte man diese Gegenstände und erhoffte, mit dem Verkauf derselben, der schlimmsten Not zu entgehen, denn die Bevölkerung war entsetzlich arm. In ihrem Buch folgt Held sozusagen der Hungerspur.

Viele Dokumente hat Annegret Held ausgegraben und tatsächlich auch Neues entdeckt. Ein Ausgangspunkt ist dabei Butzbach, da sich hier noch ein Vertrag als Faksimile befindet, der ein junges Mädchen zur Landgängerei anheuert. Die Handlung des Romans spielt  im 19. Jahrhundert im fiktiven Örtchen Scholmerbach, das gefühlt am Ende der Welt liegt. Der Ort trägt viele Züge von Pottum, dem kleinen Nest im Westerwald, aus dem die Autorin stammt. Trotzdem führen die Spuren die Autorin weit hinaus nach London und sogar bis ins ferne Australien, wo Sie Nachfahren der Landgänger ausfindig gemacht hat.

Der Filmbeitrag soll am 8. oder am 15. August 2018 im SWR um jeweils 18.45 Uhr ausgestrahlt werden.

Bild: Rüdiger Fanslau