13.11.2018

Europa im Vormärz – Vortrag von Prof. Dr. Klaus Ries

Der Vormärz – gern als Biedermeierzeit bezeichnet – gilt gemeinhin als eine unpolitische Zeit, die mehr auf das private – bürgerliche und bäuerliche – Leben konzentriert war. Im Rahmen der Vortragsreihe des Museums zur Geschichte der Revolution von 1848/49 geht Ries auf Spurensuche, indem er dem modernen Phänomen “Europa” in der Zeit von 1830-1848 unter sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gesichtspunkten nachspürt.

In seinem Vortrag versucht er, einen europäischen „Verdichtungsprozess“ zu rekonstruieren, der vor allem seit der französischen Julirevolution von 1830 eine enorme Dynamisierung erfuhr. Selbst wenn nicht immer von den Zeitgenossen beabsichtigt, so lässt sich doch aus der Distanz und mit dem Wissen um die Nachgeschichte die frühe Entwicklung hin zu einem „modernen“, d. h. zu einem geeinten Europa erkennen.

Prof. Dr. Klaus Ries, Jena, referiert am 15. November 2018 um 19.00 Uhr im Museum

Text zur Abbildung: „Die große Seeschlage von 1848“, Karikatur aus der Zeitschrift „Punch“, 1848, © The Granger Collection, New York

Klaus Ries, geb. 1957, studierte Neuere Geschichte, Osteuropäische und Russische Geschichte, Politikwissenschaft und Anglistik an der Universität des Saarlandes und promovierte 1996 in Jena. Sein Habilitationsverfahren schloss er 2003/04 mit dem Thema “Zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Das politische Professorentum der Universität Jena im frühen 19. Jahrhundert” ab. Er ist Professor für Neuere Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und nimmt derzeit die Vertretungsprofessur für Neuere und Neuste Geschichte an der Martin-Luther-Universität in Halle/Wittenberg wahr. Prof. Dr. Ries gilt als Spezialist für die Geschichte des „langen 19. Jahrhunderts“ (1770/89-1914).

Der Eintritt beträgt 8,00 Euro.