29.08.2016

Gunter Demnig verlegt „Stolpersteine gegen das Vergessen“ in Butzbachs Stadtteilen

Der Magistrat der Stadt Butzbach lädt am Freitag, dem 2. September 2016, ab 11.00 Uhr zu einer weiteren Etappe der Verlegung von „Stolpersteinen gegen das Vergessen“ in Butzbach bzw. in den Stadtteilen Hoch-Weisel, Ostheim und Nieder-Weisel ein.

Gunter Demnig bei einer Stolpersteinverlegung in der Wetzlarer Straße Butzbach
Gunter Demnig bei einer Stolpersteinverlegung in der Wetzlarer Straße Butzbach

Der Kölner Künstler Gunter Demnig, auf dessen Idee die Verlegung von „Stolpersteinen gegen das Vergessen“ zurückgeht und der alleine von 1997 bis Anfang 2011 etwa 27.000 Stolpersteine in fast 600 deutschen Kommunen und in zehn europäischen Ländern verlegt hat, kommt am Freitag, 2. 9. 2016 in die Butzbacher Stadtteile und wird insgesamt 24 Steine verlegen.

Um 11.00 Uhr wird der bekannte Künstler in Hoch-Weisel, vor dem Haus Lindenbergstraße 12 beginnen, wobei dort u.a. auch das Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, Herr Manfred de Vries, zum Gedenken an die Opfer kurz sprechen wird. Museumsleiter Dr. Wolf wird an den einzelnen Verlegestellen in knapper Form das Leben der in das Gedenken eingeschlossenen Opfer umreißen.

Für den Stadtteil Hoch-Weisel sind drei Stolpersteine vor dem Haus Lindenbergstraße 12 vorgesehen, für das Todesopfer Frau Emma Scheuer geb. Engel, ermordet 1942, und zwei ihrer überlebenden Söhne Theodor und Ludwig Scheuer.

Um ca. 11.30 Uhr wird die Verlegung durch Gunter Demnig im Stadtteil Ostheim, vor dem Haus Rathausstraße 10, fortgesetzt (mit der Verlegung von Stolpersteinen für die in diesem Haus geborene Paula Löwenstein geb.Scheuer, ermordet 1942, und ihren Ehemann Leopold Löwenstein, ermordet 1942). Die Verlegung in Ostheim wird durch aktive Ostheimer unterstützt.

demnig2Danach, ab ca. 11.50 Uhr, werden weitere sieben Steine im Stadtteil Nieder-Weisel verlegt:
Vor dem Haus Zum Bahnhof 17: für Frau Rosalie Kaufmann geb. Sichel, ermordet 1943.
Vor dem Haus  Zum Bahnhof 7: für Julius Krämer (I.), Flucht in den Tod 1939, und für seine Frau Irene Krämer geb. Heß .
Vor dem Haus  Zum Bahnhof 10: für Julius Krämer (II.), ermordet 1942, seine  Frau Irma Krämer geb. Krämer, ermordet 1942, und ihren Sohn Kurt Krämer, ermordet 1942.
Vor dem heutigen Gartengrundstück Butzbacher Straße 63 (ehem. Hofreite Wetterhahn) für Frau Selma Rothschild geb. Wetterhahn, ermordet 1943.

Gegen 13.30 Uhr sind die Stolpersteinverlegungen Gunter Demnigs an diesem Tag in den drei Butzbacher Stadtteilen abgeschlossen sein.

Die übrigen Steine werden in den nachfolgenden Tagen für überlebende Familienangehörige der Todesopfer in Butzbach  und weiteren Stadtteilen vom Baubetriebshof der Stadt Butzbach verlegt werden.

Es handelt sich um Gedenksteine für die Überlebenden BETTY (= BETINA) ROSENTHAL VERH. BRYT (Rossbrunnenstr. 6), für KLARA ROSENTHAL VERH. LIFF (Rossbrunnenstr. 6), für ELIESE GRÜNSPAHN GEB. SCHINDLER (Wetzlarer Str. 20); für HEINRICH GRÜNSPAHN (Wetzlarer Str. 20); INGE GRÜNSPAHN (Wetzlarer Str. 20); für MARIE JOHANNA OPPENHEIMER GEB. THEUKE (Krachbaumgasse 1); für ROSA OPPENHEIMER VERH. EVANS (Krachbaumgasse 1); META SEEWALD VERH. BRYT (August-Storch-Straße 8)  ERNA (IRMA KRÄMER VERH. BÄR (am Hallenbad, Wetzlarer Str. 31); für MARGOT ROSENBLATT VERH. SMUZYK (am Hallenbad, Wetzlarer Str. 31); für MARTIN ROSENSTEIN (Taunusstraße 10) und seinen Bruder WERNER ROSENSTEIN (Taunusstraße 10).

demnig3Die Akzeptanz innerhalb Butzbachs für das Verlegen der „Stolpersteine gegen das Vergessen“ ist groß. Die Stadt Butzbach dankt allen Spenderinnen und Spendern sowie dem Butzbach Bündnis für Demokratie und Toleranz, Kirchenvorständen, Parteien und Vereinen, die in den zurückliegenden Jahren sich mit Spenden bereits für die Verlegung von Stolpersteinen eingesetzt haben.

Auch im Vorfeld dieser Stolperstein-Verlegung haben sich mehrere Privatpersonen und auch der Kirchenvorstand von Hoch-Weisel dazu bereit erklärt, für die Verlegung von Stolpersteinen zu spenden.

Wer das Butzbacher Projekt „Stolpersteine gegen das Vergessen“ mit Spenden unterstützen möchte (ein Stolperstein kostet 130,- Euro inkl. Mwst.), kann dies durch Überweisung des Betrages an die Stadt Butzbach, Verwendungszweck: „Spende Stolpersteine“, IBAN DE49 5185 0079 0002 0001 05, Sparkasse Oberhessen oder auf ein anderes städtisches Konto. Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden. Weitere Stolpersteinverlegungen sind in den Stadtteilen Nieder-Weisel, Griedel, Münster-Hubertus und wahrscheinlich auch in Hoch-Weisel geplant.