12.10.2018

Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten

Die Reformation ist bekanntlich mit dem von dem Wittenberger Professor Dr. Martin Luther (1483-1546) veranlassten Anschlag von 95 (in Latein abgefassten) theologischen Thesen am 31. Oktober 1517 „regelrecht“ ausgebrochen. Hiervon wurde in wenigen Wochen eine zuvor nicht für möglich gehaltene theologische wie öffentliche Diskussion und Disputation in ganz Deutschland, ja ganz Europa ausgelöst über den Stand und eine Veränderung des praktischen Kirchenwesens bis in das Innerste eines jeden gläubigen „Christenmenschen“, die zu einer weltgeschichtlichen Umwandlung kaum gekannten Ausmaßes führte.

Dreh- und Angelpunkt war jener Wittenberger Theologe Luther, der diesen Wandel ungewollt initiiert hatte und für die folgenden Jahrhunderte zumindest in Europa meistverehrter wie meistgehasster Kirchenlehrer wurde.

Dies spiegelt sich auch in der im Auftrag der Evangelischen Kirche Deutschlands in Auftrag gegebenen Wanderausstellung „Lutherbilder“ wider, die mit ausgewählten Porträts aus sechs Jahrhunderten den Wandel der Lutherbilder und der Luthervorstellungen differenziert wie abwechslungsreich überblicksartig vorstellt.

Eröffnung der Ausstellung am Di., 16. Oktober 2018, 19.00 Uhr.

Die ausgewählten Lutherbilder stammen aus bekannten Institutionen wie der Lutherhalle Wittenberg, dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg oder den Kunstsammlungen der Veste Coburg. Daneben wurden aber auch zahlreiche Abbildungen aus deutschen Bibliotheken herangezogen. Hinzu kamen bis heute öffentlich sichtbare Lutherbilder in oder im Umfeld von Kirchen wie etwa der Stadtkirche Wittenberg und vielen anderen Orten in Deutschland.

Die Wanderausstellung wurde am 8. März 2016 in der Magnuskirche Worms, der ältesten lutherischen Kirche in Südwestdeutschland, mit Gästen aus ganz
Deutschland eröffnet. Die Ausstellungsbesucher werden über die Wandlungen der Lutherbilder und -vorstellungen im jeweiligen zeitlichen und politischen Kontext zu der Frage geführt, wie sie heute persönlich zu Luther stehen und wie die Wirkung Luthers in der Gegenwart zu beschreiben wäre. Eine Frage von vielen, die der Besucher von heute stellen kann, ist, welche Konsequenzen haben Deutungs- und Bedeutungsmuster von „Luther und Reformation“ im Zusammenhang des ökumenischen Dialogs zu erwarten?

Eintritt zur Eröffnung frei – Spenden erwünscht!

Die Ausstellung “Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten” ist vom 17. Oktober bis 18. November 2018 im Museum der Stadt Butzbach, Färbgasse 16, 35510 Butzbach zu sehen.