08.06.2018

Voll der Osten – Ungeschminkter DDR-Alltag

In den achtziger Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten.

Ausstellungseröffnung im Museum Butzbach am 17. Juni 2018

Flyer zur Ausstellung – jetzt herunterladen

OSTKREUZ. Agentur der Fotografen und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben mit der Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR“ eine Bilderreise in die Zeit der Teilung zusammengestellt. Gezeigt wird eine ungeschminkte DDR-Realität, an die sich heute selbst Zeitzeugen kaum mehr erinnern. Die Ausstellung präsentiert auf 20 Tafeln über 100 bekannte und unbekannte Fotos von Harald Hauswald. Die Texte der Ausstellung hat der Historiker und Buchautor Stefan Wolle verfasst, der wie der Fotograf in der DDR aufgewachsen ist. Die Ausstellungstafeln verlinken mit QR-Codes zu kurzen Videointerviews im Internet, in denen der Fotograf darüber berichtet, wie und in welchem Kontext das jeweils zentrale Foto der Tafel entstanden ist.

Am 17. Juni jährt sich der Volksaufstand in der DDR zum 65. Mal. Aus diesem Anlass erinnert das Museum der Stadt Butzbach an den früheren „Tag der Deutschen Einheit“, der inzwischen in den Schatten des 3. Oktober gerückt ist. Erziehung zu Demokratie bedeutet nicht nur, Menschen ein demokratisches Grundverständnis nahe zu bringen, es heißt auch, auf die Missachtung demokratischer Grundrechte in Diktaturen aufmerksam zu machen. Mit der Gründung zweier deutscher Staaten 1949 entstanden zwei Staatsgefüge, die sich in Abkehr von Hitler-Deutschland und Diktatur zu einem demokratischen Staatssystem bekannten, wenngleich in der Deutschen Demokratischen Republik der Volkswille durch eine neue Ideologie umgeformt werden sollte. Zum  Alltag in der DDR zählten Überwachung, Bevormundung und Unterdrückung.

Die Eröffnung der Ausstellung „Voll der Osten“ im Museum der Stadt Butzbach findet am 17. Juni 2018 um 14.00 Uhr statt. Zur Einführung spricht Dr. Stefan Wolle, wiss. Leiter des DDR Museums in Berlin. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 8. Juli. Ermöglicht wurde die Präsentation mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ – der Eintritt ist frei!