16.11.2018

Vortrag “Wie europäisch war 1848?” am 21. November 2018

Die Ungewissheit der Zukunft der europäischen Union und die Unsicherheit der europäischen Gegenwart begünstigt den Blick zurück: Das was einmal politisch werden soll, erhofft man schon in der Vergangenheit finden zu können. Das ist ein wesentliches Motiv dafür, dass immer mehr Versuche unternommen werden, die Geschichte auf dem europäischen Kontinent als eine gemeinsame “europäische” Geschichte darzustellen. Zu diesem Thema referiert Prof. Dr. Manfred Hettling aus Halle am 21. November 2018 um 19.00 Uhr im Museum.

Auch der Blick auf “1848” hat sich unter diesem Vorzeichen, unter dem Bedürfnis nach politischer Gegenwartsorientierung verändert. War 1848 früher einmal eine “bürgerliche” Revolution, dann eine “deutsche” Revolution, so wird es inzwischen oft als eine “europäische” Revolution bezeichnet und als gemeineuropäisches Ereignis geschildert. Der Vortrag greift dies auf und fragt am Beispiel der wichtigsten Geschehnisse und Handlungsstränge von 1848, inwiefern diese Zuschreibung als “europäische” Revolution plausibel ist – oder vielleicht auch nicht.

Die Veranstaltungsreihe des Museums der Stadt Butzbach zur Geschichte der Revolution von 1848/49 wird am 21. November 2018 mit einem Vortrag von Prof. Dr. Hettling fortgesetzt, der einer vermeintlichen Tendenz zu europaeinigenden Vorstellungen schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts eher skeptisch begegnet.

Manfred Hettling, geb. 1956 in Ulm, studierte zunächst Mathematik, konzentrierte sich dann aber auf Geschichte, Germanistik, Sozialwissenschaft und Sprecherziehung. 1980 legte er die Prüfung zum Sprecherzieher in Regensburg ab. Danach setzte er das Studium der Geschichte und Germanistik in Bielefeld fort. Er promovierte 1989, 1997 folgte die Habilitation in Bielefeld. Manfred Hettling übernahm Lehrstuhlvertretungen in Jena und Halle und ist seit 2001 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle.

Ein Eintrittspreis von 8,00 Euro wird erhoben.