09.10.2017

Zum Gedenken an Willy Brandt – Ein Leben für Frieden und Freiheit

Am Freitag, den 13. Oktober  um 19.00 Uhr wird Dr. Wolfram Hoppenstedt von der Bundeskanzler Willy- Brandt-Stiftung /Berlin im  Vortrag „Willy Brandt-Ein Leben für Frieden und Freiheit“ den Friedensnobelpreisträger von 1971 in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellen. Bei einer anschließender Diskussionsrunde mit Umtrunk gibt es Gelegenheit zum Austausch. Die Veranstaltung findet im Museum Butzbach in der Färbgasse 16 statt.

Anlass zu diesem Vortrag ist der 25. Todestag des engagierten Menschen und Politikers Willy Brandt. Über drei Jahrzehnte hat der Spitzenpolitiker nicht nur die deutsche Politik, sondern auch das Denken in der Bundesrepublik entscheidend geprägt. Von 1947 bis 1966 machte Willy Brandt Politik in und für Berlin. Als regierender Bürgermeister von Berlin stand er seit dem 3. Oktober 1957 in der Verantwortung und setzte sich immer entschieden bei den Alliierten  für die Rechte West- Berlins ein. Sein Schlagwort damals: „Berlin bleibt frei.“ Standhaftigkeit und verantwortungsbewusstes, mutiges Handeln zeichneten ihn aus, machten ihn zu einer national und international bekannten und geschätzten Persönlichkeit. In seine Regierungszeit als Bürgermeister fiel der Bau der Berliner Mauer, nach Brandts eigenem Bekunden, der schwärzeste Tag seiner Amtszeit in Berlin. Nach dem Mauerbau gewann Brandt  durch seine entschiedene Haltung weiter an Statur und konnte die Kontakte zum Präsidenten John F. Kennedy, den er sehr verehrte, ausbauen. Wer erinnert sich nicht an d e n Ausspruch des amerikanischen Präsidenten Kennedy 1963 vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin: „ Today in the world of freedem, the proudest boast is:  Ich bin ein Berliner“. Von 1969 bis 1974 war Brandt als vierter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Regierungschef einer sozialliberalen Koalition von SPD und FDP. Brandts Amtszeit ist verbunden mit dem Motto „Wir wollen mehr Demokratie wagen“.  Sowie  mit einer neuen Ostpolitik, die die Fronten des Kalten Krieges durch Losungen wie „Wandel durch Annäherung“ und „Politik der kleinen Schritte“ abmildern und letztlich die Grenzen zum Osten durchlässiger machen wollte. Trotz anfänglicher Skepsis unterstützen die  Alliierten diesen eingeschlagenen Weg. Symbolisch für die Entspannungspolitik steht der weltweit beachtete Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970  am Mahnmal des Ghetto-Aufstandes von 1943.  Ab 1979 war Brandt Mitglied des Europäischen Parlamentes und setzte sich weiterführend für Entspannung in Europa ein.

Dies sind nur Auszüge des vielbeachteten Politikerlebens, das auch in unserer Zeit immer wieder Anstoß zum mutigen und sachkompetenten Handeln vermittelt. Die Bundeskanzler Willy- Brand-Stiftung hat im Juni eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema „Orte der Demokratiegeschichte“ gegründet. Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft ist es, die Wahrnehmung der deutschen Demokratie- und Freiheitsgeschichte lokal, regional und deutschlandweit zu fördern. Im Bestreben für Demokratie, Frieden und Freiheit könnte Butzbach mit Friedrich Ludwig Weidig Akzente setzen. Ziel ist es,  mit  Dr. Hoppenstedt, der dieser Arbeitsgemeinschaft vorsteht,  ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung wird vom Städtepartnerschaftsverein Butzbach e.V. mit der Stadt Butzbach in der Vereinsreihe „Europa vor Ort“ ausgerichtet. Unterstützt wird dieser Vertragsabend mit Diskussion und Umtrunk  im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Teilnahme  ist kostenfrei.