19.06.2017

Staatssekretär Mark Weinmeister zu Gast zum Partnerschaftstreffen

Anlässlich des Besuches einer 30 köpfigen Delegation aus Collecchio und des 25-jährigen Jubiläums der Partnerregionen Hessen und Emilia Romagna hatten die Stadt Butzbach und der  Städtepartnerschaftsverein den hessischen Staatssekretär für Europaangelegenheiten, Mark Weinmeister, nach Butzbach ins Bürgerhaus zum Vortrag über „25 Jahre Partnerschaft zwischen der Emilia Romagna und Hessen- zwei Länder blicken auf Europa“ eingeladen.

Da Mark Weinmeister erst kurz vor dem diesjährigen Osterfest Collecchio besucht hatte, ließ er es sich nicht nehmen, die Collechieser Gäste mit einer kleinen italienischen Ansprache  zu begrüßen.

Bild: R. Fanslau Staatssekretär Mark Weinmeister mit der Dolmetscherin Maria Morrone. Der Wiesbadener Politiker war zum Partnerschaftstreffen im Bürgerhaus Butzbach zu einem kurzweiligen Vortrag über die Partnerschaft angereist.

Wie die EU funktioniert und wie man Menschen zusammenbringt, dass könne man in Collecchio lernen, so Weinmeister. Man brauche dazu nur einen Akkordeonspieler und einen singenden Bürgermeister, die müsse man durch Deutschland schicken und schon habe man überall Freunde. Damit spielte Weinmeister auf die Herzlichkeit und große Gastfreundlichkeit der Alpini an, die auch die Butzbacher Collecchio Reisenden schon genossen haben.

Weinmeister erklärt, dass, so wie die Hessen nach Regionen durchaus sehr verschieden und insgesamt ein Gesamtkunstwerk sind, so sei es auch mit den Emilianern und den Bewohnern der Romagna. Beide sind im Charakter durchaus unterschiedlich. Der Emilianer sei korrekt und sympathisch, fleißig, fest gesattelt und gerade aus, während die Romagnoli sympathisch und leicht füßig daher kommen und viel erzählen.

Es sei die Frage, was können wir von den Italienern lernen? Die Vermarktung ihrer Produkte, Aceto Balsamico, Parmaschinken und Parmesankäse sei hervorragend und mittlerweile aus unseren Angebotstheken nicht wegzudenken. Man habe die regionalen Produkte schützen lassen, sie unterliegen strengen Kontrollen. Hessen habe sich das zum Vorbild genommen, man habe jetzt die grüne Soße schützen lassen. Auf diesem Weg wolle man fortfahren. Stark ist die Emilia Romagna auch im Maschinenbau. Hier verwies er auf die Verpackungsmaschinen für Lebensmittel sowie auch die bekannten Automarken, Ferrari, Lamborghini und Ducati, die ihre Fabriken in der Emilia Romagna haben. Italien möchte gerade in diesem Bereich das duale Ausbildungssystem von Deutschland übernehmen.

Staatssekretär für Europaangelegenheiten, Mark Weinmeister (letzte Reihe,2.v.l.), mit Gästen aus Collecchio und Butzbach.

Friedenserziehung, Friedensarbeit und Völkerverständigung sind in unserer Zeit, in der zahlreiche Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen Flüchtlingsströme auslösen, die insbesondere die Länder Europas herausfordern, von großer Bedeutung, so Weinmeister. Deshalb haben die Präsidenten der jeweiligen Landtage Simonetta Salieri und Norbert Kartmann in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung einen Schülerwettbewerb durchgeführt.  „Hessen, die Emilia-Romagna und die Friedensschule Monte Sole“ lautete das Thema. Jedes Jahr führt die Friedensschule Monte Sole in Marzabotto  junge Menschen aus aller Welt zusammen, um der Opfer des 2. Weltkrieges  zu  gedenken, zu diskutieren und Wege zu suchen, in Frieden zusammen zu leben.

In Brüssel arbeiten alle Partnerregionen Hessens auf politischer Ebene zusammen. Man möchte nun auch noch mehr die aktive Bürgerschaft einbinden, so Weinmeister. 14 Städtepartnerschaften und zwei Kreispartnerschaften gebe es in Hessen mit der Emilia Romagna und hier sei im Juni ein Treffen zum Kennenlernen der Hessen untereinander geplant und im Oktober ein Treffen mit den Partnern aus der Emilia Romagna.

Die Bürgermeister Michael Merle/ Butzbach und Paolo Bianchi/ Collecchio betonten beide, das sie auch weiterhin in Schüler investieren möchten, um für die jungen Menschen die EU lebendig werden zu lassen. Bianchi betonte, dass man in wenigen Jahren der Partnerschaft viele schöne Momente erlebt habe. Beeindruckt habe ihn die Kriegsgräberstättenwiedereinweihung 2014 in Butzbach und die Rede von Michael Merle zum Gedenken an das Kriegsende am 25. April  2015 in Collecchio. Bianchi dankte für die vielen neu gewonnenen Eindrücke während des Besuches und überreichte eine Porzellan-Teller mit den Stadtwappen von Collecchio und Butzbach und der Aufschrift: Fratelli per sempre – Geschwister/Brüder für immer!