23.12.2016

Bürgerwerkstätten zur Innenentwicklung in Hoch-Weisel, Gelnhaar und Ulfa

Das Thema Innenentwicklung wird aktuell in der LAEDER-Region Wetterau/Oberhessen intensiv im Forschungsvorhaben „Kommune innovativ. Ortsinnenentwicklung“ bearbeitet. Unter Innenentwicklung versteht man sowohl das Neubauen, Umbauen und Sanieren im Bestand wie auch die Steigerung der Attraktivität der Ortskerne. Die drei Stadtteile Hoch-Weisel (Butzbach), Gelnhaar (Ortenberg) und Ulfa (Nidda) beschäftigen sich konkret damit, wie eine Förderung der Innenentwicklung bei ihnen aussehen könnte.

Hoch-Weisel, Gelnhaar und Ulfa sind drei von sechs Stadtteilen im Forschungsvorhaben, die sich stellvertretend für viele Dörfer in der Region intensiv mit der Frage der Innenentwicklung beschäftigen und dazu auch ihre Bürgerinnen und Bürger einbinden. Im Rahmen einer zweiten Runde von Bürgerwerkstätten, die unter Begleitung des IfR Institut für Regionalmanagement und des Architekten Rainer Tropp, HTWW stattfanden, standen zwei Themen im Blickpunkt: die Entwicklungspotenziale der Orte im Innenbereich und die öffentlichen Treffpunkte, insb. Bürgerhäuser.

Um einen Ort zukunftsfähig zu machen, ist es wichtig, die vorhandenen Innentwicklungspotenziale zu erkennen und zu entwickeln – gemäß der Zielvorstellung „Innen vor Außen“. Aus diesem Grund wurde sich auf der zweiten Bürgerwerkstatt in allen drei Orten mit den Innenentwicklungspotenzialen beschäftigt. Deutlich wurde zum Beispiel in Hoch-Weisel, dass es an verschiedenen Stellen Möglichkeiten der Nachverdichtung gibt, besitzt Hoch-Weisel doch einen ausgeprägten Scheunenkranz und weitere Entwicklungsflächen in der Ortslage. Die Umnutzung von Scheunen, Scheunenersatzgebäude aber auch neues Bauen in der Ortslage sind daher Möglichkeiten, die weiter vorangetrieben werden müssen. „Hoch-Weisel habe viele Qualitäten, die man nur wachküssen muss“ – so Rainer Tropp auf der Bürgerwerkstatt. Dieser Auffassung schloss sich auch Ortsvorsteher Fritz Geretschläger an.

Die Attraktivität der Dörfer wird aber auch dadurch gefördert, dass es ein gutes Zusammenleben und eine gute Dorfkultur mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gibt. Um dies vor Ort zu fördern und zu unterstützen, ist es daher notwendig, öffentliche Treffpunkte wie Bürgerhäuser zu haben. „Dabei müssen sich die Bürgerhäuser aber weiterentwickeln, um den heutigen und zukünftigen Bedürfnissen gerecht zu werden“ – so Caroline Seibert vom IfR in einem Einstiegsreferat. Dies gilt sowohl für die Gebäude selbst als auch für die Angebote, die die Entwicklung der Dorfgemeinschaft unterstützen. Gerade für ältere Menschen können Angebote, wie gemeinsamer Mittagstisch von Jung und Alt oder Möglichkeiten des Treffens und Austauschs zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität führen. Das Thema öffentliche Treffpunkte/ Bürgerhäuser wurde daher in allen drei Dörfern im Rahmen der Bürgerwerkstätten andiskutiert. In Gelnhaar berichtete Ortsvorsteher Olaf Kromm von Bemühen des Ortes zum Erhalt des Bürgerhauses und erläuterte seine Vision.

Am intensivsten wurde sich jedoch mit der Weiterentwicklung des Bürgerhauses in Ulfa beschäftigt. Hier wurden hier gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gute Ideen für das Bürgerhaus der Zukunft gesammelt. Dabei wurde deutlich, dass das Bürgerhaus als zentraler Treffpunkt, Ort der Kommunikation und der Begegnung weiter zu entwickeln ist. Die Stärkung der Gastronomie durch einen eigenen Gastraum, die Einbeziehung des Außenbereichs in Form eines Biergartens oder einer Straußenwirtschaft bis hin zum Aufbau eines gemeinsamen Mittagstisches für Kita-, Grundschul-Kinder und Senioren waren u.a. weitere Ideen. Bei allen Überlegungen ist jedoch auch wichtig, die Finanzierung des Bürgerhauses für die Zukunft mit in den Blick zu nehmen. In diesem Sinne soll in allen Dörfern weiter am Thema gearbeitet werden. Ortsvorsteher Christian Döll, Ulfa stellte auf der Bürgerwerkstatt heraus, dass das Forschungsvorhaben für Ulfa eine Chance zur Weiterentwicklung biete, die es zu nutzen gelte.

Die Arbeit in den drei Dörfern wird im Rahmen von Bürgerwerkstätten im nächsten Jahr fortgesetzt. Sie finden voraussichtlich im März 2017 statt. Ansprechpartner für die Prozesse in Gelnhaar, Hoch-Weisel und Ulfa sind die Ortsvorsteher bzw. die Mitarbeiter der jeweiligen Stadtverwaltung.

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2. Bürgerwerkstatt Gelnhaar am 21.11.2016
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2. Bürgerwerkstatt Hoch-Weisel am 7.12.2016
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2. Bürgerwerkstatt Ulfa am 12.12.2016

 

 

 

 

Quelle: Caroline Seibert

Fördermaßnahme des BMBF

Das Vorhaben „Kommune innovativ. Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“ ordnet sich ein in die Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Kommune innovativ“, die wiederum Teil des Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung“ ist.