04.08.2016

Bundesforschungsprojekt zur Ortsinnenentwicklung in der LEADER- Region Wetterau-Oberhessen startet

Wie kann die Ortsinnenentwicklung zur strategischen Daueraufgabe der gesamten LEADER-Region Wetterau/Oberhessen werden? An der Beantwortung dieser Frage arbeitet in den nächsten Jahren ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Im Fokus steht dabei die Arbeit in den Modellkommunen Butzbach, Nidda und Ortenberg unter Federführung der Stadt Butzbach. Von wissenschaftlicher Seite ist die Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Geographie, Professur für Raumplanung und Stadtgeographie beteiligt.

Ein Blick in die Städte und Gemeinden der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen zeigt: Der Handlungsdruck ist groß und teilräumig durchaus unterschiedlich. Auf der einen Seite finden sich typische Probleme ländlicher Räume in der Siedlungsentwicklung, die sich z.B. in leerstehenden Wohngebäuden, nicht mehr genutzten Läden oder sanierungsbedürftigen Fachwerkhäusern und Hofreiten äußern. Auf der anderen Seite stehen Kommunen am Rande des Ballungsraums Frankfurt/Rhein-Main einer steigenden Nachfrage nach Immobilien für Wohnzwecke gegenüber, die auch durch die Notwendigkeit, Schutzsuchende mit Wohnraum zu versorgen, befördert wird. Um diesem Handlungsdruck begegnen zu können, sollte sich besonders auf die bestehenden Ortslagen und damit auf die Ortsinnenentwicklung konzentriert werden.

Durch das Forschungsprojekt „Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ besteht die Möglichkeit, sich bis November 2018 in der Region mit der Stärkung der Ortsinnenentwicklung zu beschäftigen. Dabei steht die intensive wissenschaftliche und praktische Arbeit in den drei Modellkommunen Butzbach, Nidda und Ortenberg im Mittelpunkt. Hier sollen pilothaft für die weiteren 14 beteiligten Städte und Gemeinden neue Ideen entwickelt und in die Umsetzung gebracht werden. Ziel ist es, in der gesamten Region die Ortsinnenentwicklung zu befördern und als Daueraufgabe in die Umsetzung zu bringen. Auch forschungsrelevante Fragen der Ortsinnenentwicklung werden dabei bearbeitet, wie z. B. die Übertragung des Instrumentes der Standorteigentümergemeinschaften auf Wohnimmobilien oder Strategien im Umgang mit Schrottimmobilien. Am Ende des Forschungsprojektes steht im Ergebnis für die Region eine ausgearbeitete Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung, die dann in die Umsetzung gelangen soll.

Zur Erreichung dieses Ziels, haben sich im Forschungsprojekt verschiedene Partner zusammengeschlossen. Neben Butzbach, Nidda und Ortenberg arbeiten weiterhin die Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH, das Amt für Bodenmanagement Büdingen sowie der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main mit. Für wissenschaftliche Fragen ist die Justus-Liebig-Universität, Professur für Raumplanung und Stadtgeographie, Prof. Dr. Christian Diller verantwortlich. Daneben gibt es verschiedene Dienstleister, die das Projekt unterstützen. Das IfR Institut für Regionalmanagement Gießen begleitet das Vorhaben inhaltlichen und prozessual. In Kürze werden weitere Ausschreibungen für ein Architektur- und ein Marketingbüro erfolgen.

Der öffentliche Auftakt des Vorhabens findet am 7.9.2016 von 15 bis 17 Uhr im Bürgerhaus Butzbach, Am Bollwerk 16 statt. Im Rahmen der Veranstaltung wird das Projekt genauer vorgestellt und eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Justus-Liebig-Universität und der Stadt Butzbach unterzeichnet.

„Wir freuen uns wirklich alle sehr, dass wir nach einer intensiven Vorbereitung nun mit dem Vorhaben beginnen können. Wir sind sicher, dass wir mit diesem Projekt viel Gutes für unsere Dörfer und Stadtteile wie für die ganze Region auslösen können“, so Michael Merle, Bürgermeister der Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt Butzbach stellvertretend für die Bürgermeisterkollegen Ulrike Pfeiffer-Pantring (Stadt Ortenberg) und Hans-Peter Seum (Stadt Nidda).

Zur Veranstaltung sind alle interessierten Bürger herzlich eingeladen.

Als Ansprechpartner stehen seitens der Stadt Butzbach Herr Otfried Herling (Bauamtsleiter und Projektleiter für das Forschungsvorhaben) und Frau Quaiser,  (Projektsteuerung) unter kerstin.quaiser@stadt-butzbach.de, 06033-995121 zur Verfügung.