04.11.2016

Fauerbacher gehen Innenentwicklung an

Am 26. Oktober haben sich rund 35 Bürgerinnen und Bürgerin Fauerbach getroffen, um sich mit der perspektivischen Entwicklung ihres Stadtteils zu beschäftigen. Im Zuge einer Ortsbegehung mit anschließender Bürgerwerkstatt haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Themen der Innenentwicklung auseinandergesetzt. Fauerbach ist wie der andere Butzbacher Stadtteil Hoch-Weisel ein Modellstadtteil in einem vom Bund geförderten Forschungsvorhaben, das sich dem Thema Ortsinnenentwicklung widmet. Mit der Bürgerwerkstatt hat die gemeinsame Arbeit in Fauerbach angefangen.

Vor der Bürgerwerkstatt im Birkenhof wurde zunächst der Ort besichtigt. Eine Ortsbegehung bei goldenem Oktoberwetter, an der neben Bürgermeisterin Michael Merle und Ortsvorsteher Ewald Reitz über 30 engagierte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, diente zur Sammlung von gemeinsamen Eindrücken über die Ausgangslage im Butzbacher Stadtteil Fauerbach. Nach der Begrüßung durch die Herren Merle und Reitz begab man sich sodann auf den Ortsrundgang.

Im Blickpunkt der Ortsbegehung standen einerseits charakteristische Punkte des Stadtteils wie der Veranstaltungsort von Ortsfesten in der Ortsmitte, aber auch Probleme mit der Ortsdurchfahrt, langjährige Leerstände oder Flächenpotentiale innerhalb des Ortes wurden betrachtet.

Zu der anschließenden Bürgerwerkstatt im Birkenhof begrüßte der Ortsvorsteher Ewald Reitz alle Anwesenden. Nach einer inhaltlichen Einführung von Herrn Prof. Dr. Christian Diller (Justus-Liebig-Universität Gießen), Frau Melanie Geier (ebenfalls JLU) und Frau Ulrike Jennen (Regionalverband Frankfurt RheinMain), ging es ans gemeinsame Arbeiten an verschiedenen Thementischen. Dabei hatte man die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auch mit den Projektverantwortlichen auszutauschen.

Probleme sah man vor allem hinsichtlich der Ortsdurchfahrt und den Ortseingängen. Aufgrund der Tallage Fauerbachs und der günstigen Führung der Zufahrtsstraßen haben viele Fahrzeuge, besonders PKWs und Motorräder, noch deutlich erhöhte Geschwindigkeiten an allen der vier Ortseingängen. Auch markante Problemgebäude und Leerstände standen im Mittelpunkt der Diskussionen. Wenngleich viele traditionelle Häuser restauriert wurden und positiv auf das Ortsbild wirken, gibt es stellenweise auch Gebäude an denen „der Zahn der Zeit nagt“ – so ein Bürger. Zudem war man sich schnell einig, dass Fauerbach innerorts über viele Flächen verfügt, die als Potenzialflächen für eine innerörtliche Entwicklung dienen könnten.

Melanie Geier, Doktorandin an der Universität Gießen, lobte die lebendige Veranstaltung mit den Bürgerinnen und Bürgern und freute sich über die rege Teilnahme. Auch Ortsvorsteher Ewald Reitz bedankte sich bei den Anwesenden für die Mitarbeit und freute sich auf die weitere Zusammenarbeit. Er verwies darauf, dass die in Fauerbach aufgezeigten Probleme auch in vergleichbarer Weise in vielen anderen dörflichen Gemeinden der Region existieren. Diese können dann von den Ergebnissen des Projektes profitieren.

Die Bürgerwerkstatt stellte den Auftakt der Arbeiten in Fauerbach dar. Weitere öffentliche Arbeitstreffen werden stattfinden. Das nächste Treffen findet im Frühjahr statt, der genaue Termin wird bekannt gegeben.

Ansprechpartner für den Prozess in Fauerbach sind Ortsvorsteher Reitz oder Otfried Herling und Kerstin Quaiser, Stadtverwaltung Butzbach, 06033 995121, kerstin.quaiser@stadt-butzbach.de.

Zum Forschungsvorhaben insgesamt: Fauerbach ist ein Modellstadtteil im Forschungsvorhaben „Kommune innovativ. Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“. Im Mittelpunkt dieses Forschungsvorhabens steht die Frage, wie die Ortsinnenentwicklung in der gesamten Region zur strategischen Daueraufgabe werden kann.

Foto 1: Ortsbegehung, Quelle: Quaiser.
Fördermaßnahme des BMBF

Das Vorhaben „Kommune innovativ. Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“ ordnet sich ein in die Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Kommune innovativ“, die wiederum Teil des Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung“ ist.