20.10.2016

Innenentwicklung – ein Thema für Hoch-Weisel

Am 12. Oktober haben sich rund 20 Bürgerinnen und Bürger an der Hausberghalle in Hoch-Weisel getroffen, um sich mit der zukünftigen Entwicklung ihres Ortes zu beschäftigen. In einer Ortsbegehung mit anschließender Bürgerwerkstatt wurde ein besonderer Blick dabei auf die Innenentwicklung gerichtet. Denn Hoch-Weisel ist wie der Butzbacher Stadtteil Fauerbach ein Modellstadtteil in einem vom Bund geförderten Forschungsvorhaben zu diesem Thema. Mit der Bürgerwerkstatt wurde die gemeinsame Arbeit in Hoch-Weisel begonnen.

Ortsbegehung, Quelle: Caroline Seibert, IfR

Um sich gemeinsam einen Eindruck von der Ausgangslage in Hoch-Weisel zu verschaffen, fand zunächst eine Ortsbegehung statt, an der neben Bürgermeister Michael Merle rund 20 engagierte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. „Ich freue mich, dass Sie heute hier sind und sich mit der Entwicklung von Hoch-Weisel beschäftigen möchten“ – so Michael Merle.

Im Blickpunkt der Ortsbegehung standen einerseits vorhandene Treffpunkte wie das alte Rathaus, der Jugendtreff der Feuerwehr, das Gemeindehaus oder die Hausberghalle. Aber auch Probleme in der Ortsdurchfahrt, langjährige Leerstände oder große Flächenpotenziale innerhalb des Ortes waren Thema.

Auf der anschließenden Bürgerwerkstatt in der Hausberghalle begrüßte Ortsvorsteher Fritz Geretschläger die Anwesenden.

Nach einer inhaltlichen Einführung durch Andrea Soboth vom begleitenden Büro IfR Institut für Regionalmanagement ging es auch gleich ans gemeinsame Arbeiten. Die Teilnehmenden hatten an verschiedenen Tischen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Über die Stärken von Hoch-Weisel war man sich schnell einig, die Infrastrukturausstattung mit z.B. Kindertagesstätte, Grundschule, Seniorenheim, Ärzteversorgung und Sportanlagen wurde insgesamt als sehr positiv bewertet. Bemängelt wurde z.B., dass der Busverkehr lediglich auf den Schülerverkehr ausgerichtet sei und nicht auf Berufspendler und Senioren. Wünschenswert seien auch günstigere Tarife für Kurzstrecken. Weitere Probleme aus Bürgersicht waren z.B. die Situation an der Hauptverkehrsstraße – vom ungeordneten Parken, das zu Rückstausituationen in Stoßzeiten führt, über Gefahrsituationen aufgrund überhöhter Geschwindigkeit bis hin zu markanten Problemgebäuden. Insgesamt war man sich schnell einig, dass Hoch-Weisel innerorts über viele untergenutzte Flächen verfügt, die als Potenzialflächen für eine innerörtliche Entwicklung dienen könnten.

Otfried Herling, Bauamtsleiter der Stadt Butzbach und Projektleiter im Forschungsvorhaben bedankte sich bei den Anwesenden für ihre Mitarbeit und freute sich auf die weitere Zusammenarbeit.

Die heutigen Arbeitsergebnisse zeigen die Sensitivität der Bürger für ihren Ort und die innerörtliche Entwicklung. Herling motivierte die Teilnehmer die Mitarbeit auch bei den Nachbarn und Freunden, den Grundstückseigentümern zu kommunizieren. Innenentwicklung bedeutet nachhaltige Dorfentwicklung, so Herling.

Die Bürgerwerkstatt stellte den Auftakt der Arbeiten in Hoch-Weisel dar. Weitere öffentliche Arbeitstreffen werden stattfinden. Das nächste Treffen findet Anfang Dezember statt, der genaue Termin wird in Kürze bekannt gegeben.

Ansprechpartner für den Prozess in Hoch-Weisel sind Ortsvorsteher Fritz Geretschläger oder Otfried Herling und Kerstin Quaiser, Stadtverwaltung Butzbach, 06033 995121, kerstin.quaiser@stadt-butzbach.de.

Zum Forschungsvorhaben insgesamt: Hoch-Weisel ist ein Modellstadtteil im Forschungsvorhaben „Kommune innovativ. Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetteau/Oberhessen“. Im Mittelpunkt dieses Forschungsvorhabens steht die Frage, wie die Ortsinnenentwicklung in der gesamten Region zur strategischen Daueraufgabe werden kann.

Fördermaßnahme des BMBF

Das Vorhaben „Kommune innovativ. Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“ ordnet sich ein in die Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Kommune innovativ“, die wiederum Teil des Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung“ ist.