30.06.2017

Projekt Existenzgründung und Arbeitsplatzerhalt in Butzbach

Nach Ansicht aller Experten steckt Deutschland seit mehreren Jahren in einer “Gründermisere”. Zu wenige junge Männer und Frauen gründen ein Unternehmen oder wählen die berufliche Selbständigkeit. Hinzu kommt, dass handwerkliche, gewerbliche Angebot oder Dienstleistungen nicht weiter angeboten werden, da es zu keiner gelungenen altersbegründeten Betriebsübergabe kommt. All dies gilt für den ländlichen Raum in ganz besonderem Ausmaß und betrifft damit auch das Butzbacher Land. Gelungene Existenzgründungen – auch hierin sind sich die Wirtschaftswissenschaftler einig – sind indes ein wichtiger Hinweisgeber für die Zukunftsfähigkeit von Volkswirtschaften. Was also ist zu tun?

Gemeinsam mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund führt die TransMIT (Forschungs- und Technologiegesellschaft der 3 mittelhessischen Hochschulen) seit drei Jahren ein hessenweit vorgetragenes Projekt zu genau diesem Ziel – Gründerzentren im ländlichen Raum zu etablieren – durch. Mehrere im ländlichen Raum angesiedelte Städte und Gemeinden unterschiedlicher Größe, Lage und wirtschaftlicher Ertragskraft sind in aktuell diesem eingebunden. So konnte nach gut 2-jähriger Entwicklungszeit 2016 ein erstes Gründerzentrum in der Gemeinde Mengerskirchen im Westerwald, eröffnet werden.
Nach eingehender Beratung und Informationsgesprächen hat die Stadt Butzbach den TransMIT Projektbereich für Versorgungsforschung – der in Gießen unter Leitung von Wolfgang George angesiedelt ist – beauftragt, diese innovative Möglichkeit 2017 auch für Butzbach zu prüfen.

Die angezielten Gründerzentren des ländlichen Raums entstehen grundsätzlich als Gemeinschaftswerk nicht nur der öffentlichen Gemeinde, der in den Gemeinden ansässigen Unternehmen, Freiberufler und Gewerbetreibenden, sondern immer auch der Bürger, der in der Region angesiedelten Vereine, Kirchen und Schulen. Eben all derer, die ein Interesse für eine nachhaltig-gelungene Zukunftsgestaltung ihrer Kommune besitzen.

Ein weiteres Merkmal ist der bedarfs- und ressourcenorientierte Vorgehensmodus zur Ermittlung der Gründungsschwerpunkte. Praktisch bedeutet dies, dass in der ersten, durch die Stadt beauftragten Planungsphase, der genauere Bedarf bestimmt wird. Also welche unternehmerischen Angebote und Leistungen fehlen in Butzbach und dessen Stadtteilen?
In dieser ersten Planungsphase werden aber auch die Ressourcen und Potentiale des Butzbacher Landes erkennbar gemacht. Stehen etwa Werk- und Betriebsstätten oder Läden leer bzw. ist deren Nichtnutzung absehbar?
Als lohnender Ansatzpunkt hat sich in allen Projektgemeinden und -städten bisher immer auch die Identifizierung und Weiterentwicklung regionaler Wirtschaftskreisläufe wie etwa die der Nahversorgung und Direktvermarktung aber auch eine gezieltere Verbindung und Koordination der angesiedelten Akteursgruppen erwiesen.
Um das Gelingen des Projektes zu ermöglichen, ist eine aktive Bürgerbeteiligung vorgesehen. Neben Informationsveranstaltungen (auf deren genauere Daten und Ortsteile in denen diese durchgeführt werden noch hingewiesen wird) ist auch eine Bürgerbefragung vorgesehen. Hierfür steht ein Fragebogen als Download zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Projekt Existenzgründung und Arbeitsplatzerhalt erhalten Sie bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Butzbach.

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