25.10.2017

Wettbewerbsgewinner stehen fest

Mit dem Wettbewerb von liebsten Orten und Aktionen wurden gute Beispiele der Innenentwicklung aus der Region Wetterau/Oberhessen gesucht. 15 sehr gelungene Beispiele Beträge wurden eingereicht. Bürgerinnen und Bürger konnten per online Abstimmung ihre Favoriten auswählen. Die 15 Wettbewerbsbeiträge erzielten fast 4.000 Klicks. Nun stehen drei Gewinner fest.

Bürgerinnen und Bürger der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen konnten auf der Webseite des BMBF-Forschungsprojektes (www.dorfunddu.de) einen Favorit auswählen und erläutern, warum der Favorit gewinnen sollte. Insgesamt wurden vom 30. September bis zum 9. Oktober 2017 3.946 Klicks und 620 Kommentare abgegeben.

Die Projekte mit den meisten Klicks und Kommentaren sind interessanterweise die Beiträge mit den für die Region typischen Backhäusern, die traditionell einen innerörtlichen Interaktionsplatz darstellen und Gemeinschaft befördern: Sanierung des Backhauses in Ortenberg Gelnhaar, Neubau des öffentlichen Backhauses Stornfels und Eröffnung einer Straußenwirtschaft in Limeshain-Himbach.

Brotbacken im sanierten Backhaus Gelnhaar, Quelle Kuhl, Büdingen, 2017.

Die Sanierung des Backhauses in Ortenberg Gelnhaar zeigt, wie mit viel Engagement und Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft ein innerörtlicher Treffpunkt wiederbelebt werden kann. Die aktive Dorfgemeinschaft führt in der Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt die dörfliche Tradition des Brotbackens und Haxengrillens fort und gibt sie an die Jugend weiter. „Hier arbeiten Jung und Alt zusammen. Das Backhaus ist ein wichtiger Bestandteil des Ortes und so kann man Traditionen weitergeben“, schreibt ein Kommentator zum Projekt.

Erstes Backen im neuen Stornfelser Backhaus, Quelle: Schneider, Stornfels, 2017.

In Nidda Stornfels wurde ein öffentliches Backhaus von Grund auf neu gebaut. Die engagierte Gruppe „Stirwelser Tafelrunde e.V.“ aus Stornfels hat sich zum Ziel gesetzt, durch den Neubau des Backhauses einen neuen Ortsmittelpunkt zu schaffen. „Ein Treffpunkt, leckeres Brot und tolle Gespräche. Gelächter, das den Ort füllt.“, so ein Kommentar der Abstimmung. Dieses Beispiel zeigt, wie mit großem Engagement und viel Eigenleistung sowie mit Hilfe von Vereinen, Unternehmen und der Stadt ein neuer, innerörtlicher Treff- und Kommunikationsort gebaut wurde. Innerörtliche Kommunikationsorte sind wichtig für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und beleben so den Ortskern.

Collage der Straußenwirtschaft im Backhaus Himbach, Quelle: Schmidt, Himbach, 2017.

Auch das Backhaus in Limeshain Himbach ist ein beliebter Treffpunkt bei der Dorfgemeinschaft, aber auch bei Wanderern und Radfahrern. Dieses Beispiel zeigt, dass auch Neunutzungen bzw. eine Weiterentwicklung der typischen Backhäuser möglich sind. In dem Himbacher Backhaus wird selbstgekelterter Apfelwein ausgeschenkt und selbstgemachte Speisen ausgegeben. Das Backhaus wird so nicht nur zum Brotbacken genutzt, vielmehr hat sich eine zukunftsfähige Neunutzung mit Straußenwirtschaft entwickelt. Zugleich sorgt das Projekt in der Gemeinde dafür, so ein Kommentar der Online-Abstimmung, dass „man sich Zeit für Freunde nimmt, Mitmenschen (wieder)trifft, neue Leute kennenlernt und mit ihnen ins Gespräch kommt.“

Die drei Gewinnerbeiträge zeigen, dass Innenentwicklung möglich ist und machen Mut, Projekte anzugehen. Ein Kommentator des Wettbewerbs schreibt, dass die Beiträge ein Beispiel dafür seien, „dass mit Zusammenhalt fast alles möglich ist“. Die vielen Helfer und Unterstützer der Projekte verdeutlichen, dass in der LEADER-Region engagierte und motivierte Akteure vorhanden sind.

Die 12 anderen Wettbewerbsbeiträge stehen den Gewinnern keinesfalls nach. Auch sie sind sehr gelungene Projekte der Innenentwicklung. Sie zeigen, wie vielfältig Innenentwicklung angegangen werden kann: von der Haussanierung in Echzell und dem Umbau der GenussScheune in Reichelsheim über die Umwandlung des alten Postamts in Echzell, dem Umbau des Gemeindehauses in Ulfa und dem Umbau des Glauberger Trödelhauses bis zur Schaffung von Kommunikationsroten: Rentners Ruh in Echzell, Aussichtspunkt in Stornfels, Gipfelkreuz Scharberg in Usenborn oder die TKI Bücherei in Bleichenbach. Innenentwicklung heißt auch die Dorfgemeinschaft stärken und das Dorf attraktiv halten:: „Lesen an ungewöhnlichen Orten“ in Echzell, Obstbaumlehrpfad in Ulfa. Die Wettbewerbsbeiträge zeigen, wie lokale Potentiale für die Innenentwicklung genutzt werden können.

Die drei Gewinner werden am 2. November 2017 auf der DORF-UND-DU-Veranstaltung im Bürgerhaus Nidda von den drei Bürgermeistern der Modellkommunen in Nidda ausgezeichnet und erhalten attraktive Preise mit besonderen Erlebnissen in den drei Modellkommunen Butzbach, Nidda und Ortenberg. Auch die 12 anderen Projekte werden am 2. November geehrt und mit einer Auszeichnung prämiert. Alle Interessierten sind zu der DORF-UND-DU-Veranstaltung in Kooperation mit der LEADER-Regionalentwicklung Wetterau/Oberhessen herzlich eingeladen.

Weitere Informationen rund um das Vorhaben und den Wettbewerb finden Sie auf der Website: www.dorfunddu.de, www.facebook.com/dorfunddu/ und bei Otfried Herling, Stadt Butzbach (Tel.: 06033-995124) oder Kerstin Quaiser, Stadt Butzbach (Tel.:06033-995121) und info@dorfunddu.de.


Fördermaßnahme des BMBF

Das Vorhaben mit dem Aktionsnamen „DORF UND DU“ (Lang-fassung „Ortsinnenentwicklung. Regionalstrategie Ortsinnen-entwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“) wird gefördert im Rahmen der Fördermaßnahme “Kommunen innovativ“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Diese ist Teil des Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung“. Das Vorhaben leistet somit einen Beitrag zur Nachhaltigkeits- und Demografiestrategie der Bundesregierung.

Assoziierte Partner sind das Amt für Bodenmanagement Büdingen, der Regionalverband FrankfurtRheinMain und die Wirtschafts-förderung Wetterau GmbH