Wiesental
179 Einwohner (Stand 31.12.09).
1946 trafen in unzähligen Eisenbahnzügen Tausende von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen aus dem Osten in Butzbach ein und wurden in den umliegenden Dörfern und der Stadt untergebracht. Die Wohnraumnot war groß, so daß schon im Winter 1946 in Münster, im Bekanntenkreis um Dr. Rudolf Friedrich, erste Ideen zur Neugründung einer Wohnsiedlung von Heimatvertriebenen beratschlagt wurden.
Am 6. Sept. 1947 wurde in Münster die gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft (Wiesental) mit 39 Mitgliedern, Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland, die in den umliegenden Dörfern einquartiert waren, gegründet. In unmittelbarer Nähe zum ehem. NS-"Führerhauptquartier Adlerhorst", das von den Amerikanern gesprengt wurde, an einem bewaldeten Südhang auf dem Grenzgebiet der Gemarkungen von Münster und Fauerbach v.d.H. an der Straße nach Langenhain-Ziegenberg gelegen, für das Bauvorhaben der Siedler Land freigegeben. Im Frühjahr und Frühsommer 1948 entstanden dort die ersten drei Doppelhäuser. Ostern 1949 konnte das erste Haus bezogen werden.
Heute liegt das verkehrsmäßig und versorgungstechnisch gut angeschlossene Wiesental idyllisch inmitten von Waldgebieten. Die Strapazen zurückliegender Jahrzehnte sind meist längst vergessen.
Wiesental hat keinen historischen Ortskern, es ist eine neuere Siedlung in gut 280 m Höhe üNN. Im Süden und Westen reicht die Siedlung bis an die Waldränder heran. Der Ort ist ein reiner Wohnstandort, eine Ausweisung von Gewerbeflächen ist weder vorgesehen noch gewollt. Die in den letzten Jahren angesiedelten Dienstleister sind funktional und baulich in den Ort integriert. (Dr. Dieter Wolf)



