25.11.2019

Das Tepler Land im Spiegel der Zeit – Ausstellung im Museum Butzbach

Vom 23. November bis zum 12. Januar 2020 zeigt das Museum Butzbach in der Färbgasse 16 die Ausstellung „Das Tepler Land im Spiegel der Zeit von 1930 -1950“.

Die  Ausstellung, die bereits am 25. Oktober in Wiesental eröffnet wurde  und lediglich an zwei  Wochenenden zu sehen war, ist mittlerweile ins Museum Butzbach umgezogen und kann an diesem zentralen Ort besichtig werden.

Erarbeitet wurde die Ausstellung von dem tschechischen Heimat- und Geschichtsforscher Ludvik Poláček, der über Jahrzehnte Dokumente  und Fotos aus privaten Haushalten gesammelt hat und auch Material aus den tschechischen Museen wie zum Beispiel, dem jüdischen Museum in Prag, in die Darstellung einfließen lässt. Seit der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei  November/Dezember1989 ist es nun die junge  tschechische Generation, die mit viel Engagement die Aufarbeitung der deutsch-tschechische n Geschichte  in den Blickpunkt rückt. Dank des herzlichen und  freundschaftlichen Kontaktes zwischen Teplern, Vertriebenen und Butzbach als Patenstadt der Vertriebenen des Kreises Tepl/ Petschau werden seit 2013 vorsichtig neue Wege  im Miteinander gegangen.  Die, für beide Seiten leidvolle Vergangenheit aufzuarbeiten, ist nicht einfach,  stecken doch immer sehr persönliche Schicksale, viel Leid und  Betroffenheit hinter den Daten und Fakten.

Der zeitgeschichtliche Hintergrund der Ausstellung ist , dass Teplá 1919 der neu geschaffenen Tscheslowakei zugeschlagen wurde.  Auf Grund des Müchnener Abkommens kam die Stadt 1938 ans  Deutsche Reich und wurde Sitz des Landkreises Tepl. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges besetzten amerikanische Truppen Tepl für kurze Zeit und übergaben dann die Stadt an sowjetische Truppen. Zwischen März und September 1946 erfolgte dann die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung. 1949 verlor Teplá den Status als Bezirkshauptstadt. Viele der Vertrieben kamen nach Butzbach und die umleigenden Orte. Die Ausstellung wird  bis zum 12. Januar im Museum zusehen sein.